Neuer Pfarrbrief online

Liebe Gemeindemitglieder, LeserInnen,

dieses Mal liegt unser Hauptaugenmerk auf dem Erntedank. „Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand“.
Dieses uralte Bild begleitet uns seit Generationen und trägt in sich ein tiefes Geheimnis: Der Mensch kann säen, aber nicht das Leben selbst erschaffen. Der Landwirt kennt den Rhythmus der Jahreszeiten, er weiß um den rechten Zeitpunkt, die Furche zu ziehen und das Korn zu legen. Doch wie der Keim in der Dunkelheit der Erde erwacht, wie sich das unscheinbare Samenkorn in eine Ähre voll goldener Körner verwandelt – das entzieht sich seinem Wissen.
Es ist, als ob Gott selbst in jedem Samenkorn ein unsichtbares Lied versteckt hätte – ein leises Lied des Lebens, das nur Seine Hand zu spielen vermag. Kein Auge sieht den Augenblick, in dem die Kraft des Himmels das Tote zum Lebendigen ruft. Kein Ohr hört den stillen Befehl, der im Dunkeln ergeht: „Wachse!“ Und doch geschieht es – Jahr für Jahr, wie ein Sakrament in der Sprache der Natur.
So ist es auch mit unserem Leben. Wir legen Samen: Worte der Liebe, Taten der Barmherzigkeit, stille Gebete, Tränen und Lächeln. Wir wissen nicht, wie und wann diese Samen Frucht tragen werden. Manches scheint lange in der Erde verborgen, als wäre es vergessen. Doch in Gottes Zeit – und nicht in unserer – bricht das Leben hervor. Vielleicht ganz anders, als wir es erwartet haben, und doch genau so, wie es gut ist.
Darum feiern wir Erntedank nicht nur für die Körbe voller Früchte, das duftende Brot oder die bunten Felder im Herbstlicht. Wir feiern, dass unser Gott uns unermüdlich beschenkt – mit Gesundheit und Atem, mit Gemeinschaft und Hoffnung, mit jeder Stunde, die uns geschenkt wird. „For all things bright and good“ – für alles, was hell und gut ist – sagen wir Danke: für den Samen und die Ernte, für Regen und Sonne, für Arbeit und Ruhe, für Anfang und Vollendung. Das Erntedankfest erinnert uns, dass unser Leben selbst eine Ernte ist, die Gott einbringt. Er ist der Sämann, der Gärtner und der Herr der Ernte zugleich.

Mit herzlichen Grüßen,
Pater Francis Oparah CSSp
Pfarrei Heilige Familie, Güstrow

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