Gemeindeabend Güstrow

Bildung vor Ort

Der Gemeindeabend der Pfarrei Güstrow ist ein Bildungskreis, der sich mit gesellschaftspolitischen, kulturellen und religiösen Themen beschäftigt. In Zusammenarbeit mit dem Thomas-Morus-Bildungswerk, eine Einrichtung der katholischen Erwachsenenbildung in Mecklenburg, laden interessante Vortragsabende und Referenten ein, sich weiterzubilden. Die Auswahl der Themen gestaltet sich durch aktuelle Anlässe, Gedenktage und Wünsche der Gemeinden vor Ort.

Ort: Gemeindesaal, Grüne Straße 23-25, 18273 Güstrow
Beginn: 19.00 Uhr

Die nächsten Termine:

17. September 2019

19.00 Uhr im Güstrower Gemeindehaus in der Grünen Straße 23-25.

Thema :

” Ich wurde in die DDR entführt. Von meinem Vater. Er war Spion. ”

Referent: Thomas Raufeisen, Berlin

“22. Januar 1979: das Leben des 16-jährigen Thomas Raufeisen fällt wie ein Kartenhaus zusammen. Auf einer überstürzten Flucht aus Hannover in die DDR erfährt er vom Vater, dass dieser seit 22 Jahren als Stasi-Spion in der Bundesrepublik eingesetzt ist. Das Leben der Familie in Westdeutschland war nur Fassade. Kindheit, Schule, Freunde und Zukunftsträume der beiden Söhne gehören auf einen Schlag einer irreparablen Vergangenheit an, eine neue, grausige Wirklichkeit beginnt.
Was die Familie nach der Flucht über die Grenze erwartet, beschreibt Thomas Raufeisen. Vom Vater verraten und aus dem gewohnten Leben gerissen, verweigern sich die Kinder der Zwangseinbürgerung. Der Alltag wird zum Alptraum. Vor allem der jüngere Thomas muss sich nach und nach einem System beugen, dass er nicht kennt und in dem er nicht leben will. Die vom Vater verzweifelt initiierten Fluchtversuche in den Westen scheitern, auch für ihn ist seine ehemalige Heimat längst zu einem Gefängnis geworden.
Thomas Raufeisen erzählt eine tragische und wahre Geschichte. Es ist ein erschütterndes Dokument deutsch-deutscher Geschichte aus einer ungewöhnlichen Perspektive.

Der Referent: Thomas Raufeisen (* 1962 in Hannover)
– Gymnasium in Seelze bei Hannover
– Januar 1979, unfreiwillige Übersiedlung in die DDR nach Berlin / Ost
– April bis Mai 1979, Besuch der Erweiterten Oberschule (EOS) “Immanuel Kant” in Berlin / Ost
– 1979-1981, Lehre beim VEB AutoTrans Berlin / Ost zum Kfz-Mechaniker; wurde aufgrund der Verhaftung durch die STASI abgebrochen
– September 1981 bis November 1982, U-Haft in Berlin-Hohenschönhausen
– November 1982 bis September 1984, Strafvollzug in der StVE Bautzen II
– erwirbt er nach der Rückkehr nach Hannover die Allgemeine Hochschulreife
– Studium des Vermessungswesens
– seit April 2010 Referent für politische Bildung
– Verheiratet, zwei Kinder”

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