Pastoraler Raum

Katholische Kirche Bützow Güstrow Matgendorf Teterow

Die Bedeutung von Glaube und Kirche in unserer Gesellschaft wandelt sich. Zugleich erleben wir, dass sich Formen unseres Glaubenslebens ebenfalls verändern. Einige unserer kirchlichen Gemeinschaften und Strukturen lassen sich immer schwerer mit Leben füllen. Kirchliches Leben befindet sich im Umbruch. Deshalb ist es notwendig, neue Wege und Formen zu finden, zum Glauben einzuladen und heute Kirche zu sein.

Deshalb beschloss Alterzbischof Werner Thissen 2009 die Entwicklung Pastoraler Räume als Chance Christus in unserer Mitte neu zu entdecken.

Weitere Informationen rund um das Thema finden Sie unter: www.erzbistumhamburg.de/ebhh/Erzbistum/Pastorale_Raeume.

Übersicht zur Entwicklung zum Pastoralen Raum
Fragen an Pfarrer Tobias Sellenschlo
Übersicht zur Entwicklung zum Pastoralen Raum

1. Jahr

  •         Aufbau Prozessstrukturen
  •         Kennen lernen
  •         Auseinandersetzung mit den Texten „Eckpunkte…“ und „Pastorale Räume: Leitlinien…“ (falls noch nicht)
  •         Klärung und Sicherung Information / Kommunikation
  •         Erhebung Ist-Stand
  •         Sozialräumliche Orientierung

2. Jahr Erstellung eines pastoralen Konzepts

  • Berücksichtigung der Grundfunktionen Liturgie, Verkündigung und Diakonie/ Caritas
  • Beschreibung pastoraler Aufgaben in kirchlichen Einrichtungen
  • Förderung ökumenischer Zusammenarbeit
  • Förderung missionarischer Pastoral
  • Stärkung des gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen
  • Stärkung verschiedener und lebendiger Gemeinden / Orte kirchlichen Lebens

3. Jahr

  • Personelle, finanzielle, strukturelle, verwaltungsmäßige Ableitungen

Wir befinden uns momentan noch in der ersten Phase, haben den gemeinsamen Ausschuss gebildet und sind jetzt dabei den Ist-Zustand der einzelnen Gemeinden und Pfarreien zu dokumentieren. Das Konzept der sozialräumlichen Orientierung wurde uns zu Beginn dieses Jahres an einem Wochenende in Neu Sammit vorgestellt. Diese Tatsachen und Fakten bilden die Grundlage zur Formulierung einer Vision, wie wir in Zukunft Kirche sein wollen.

Fragen an Pfarrer Tobias Sellenschlo

Seit Februar 2016 sind Sie nun kreuz und quer durch die Gemeinden gereist – welche Erfahrungen haben sie dabei gesammelt?

“Zunächst habe ich sehr viele Menschen kennengelernt. Natürlich auch die Kirchen, Gremien und Gruppen und auch örtliche Traditionen. In den Gemeinden habe ich ganz unterschiedliche Menschen kennengelernt. Viele blicken mit ihrer Lebensgeschichte zurück auf Vertreibung und eine schwierige Zeit als Katholiken in der DDR; für andere existiert diese Wirklichkeit nur in Erzählungen. Viele engagieren sich sehr für ihre Kirche vor Ort, weil sie Ihnen ein wichtiger Ort ist, der Heimat gibt.

Gefreut habe ich mich auch über viele Begegnungen mit evangelischen Gemeinden, Pastorinnen und Pastoren. Ich glaube, wir sind in guter ökumenischer Gemeinschaft. Und ich möchte auch die ganz persönlichen Veränderungen nicht vergessen: von der Großstadt aufs Land, von West nach Ost, aus der Verwaltung in die Gemeinde. Und damit auch weiter weg von Familie und Freunden. Nach einem Jahr weiß ich: Hier bin ich gerne.”

Mit 2017 soll nun die Bildung des Pastoralen Raumes beginnen – Welche Veränderungen wird es für uns bringen?

“Mir ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Prozess genutzt werden soll, um Antworten auf diese Frage zu finden. Die viel spannendere Frage wird vermutlich sein: Wie wollen wir als Katholiken in Mecklenburg künftig unseren Glauben leben? Wie wollen wir für unsere Umwelt erfahrbar sein?”

Wie können wir bei den Verschiedenheiten der einzelnen Gemeinden und den Entfernungen zu EINEM Pastoralen Raum werden?

“Das ist doch eine spannende Frage. Ich weiß nicht einmal, ob das unser Ziel sein muss. Es kann ja auch sein, dass wir feststellen: Wir sind so unterschiedlich und so weit von einander entfernt, wir können nicht alles einheitlich gestalten. Vielleicht ist dann die richtige Antwort: Wir entwickeln innerhalb des Raumes Schwerpunkte oder Bezirke, die sich bestimmten Themen widmen. Tourismus zum Beispiel ist nicht in allen Orten im Pastoralen Raum ein Thema. Aber es wäre gut, wenn die Gemeinden, die es betrifft, miteinander etwas überlegen und planen. Und das können wir dann für die verschiedenen Aufgaben des Raumes durchdenken.”

Ist für den Pastoralen Raum ein gemeinsamer Name angedacht?

“Der Pastorale Raum ist zunächst die Bezeichnung für die Prozessphase der nächsten drei bis vier Jahre. Die Bezeichnung, die bisher in den offiziellen Schreiben verwendet wird, lautet: “Pastoraler Raum Bützow-Güstrow-Matgendorf-Teterow”. Das sind die Orte der bisherigen Pfarreien in alphabetischer Reihenfolge. Am Ende dieses Prozesses steht die Errichtung der neuen Pfarrei. Der Name und auch der Sitz dieser Pfarrei werden erst gegen Ende des Prozesses durch den Erzbischof entschieden. Dazu werden wir dem Erzbischof ein paar Vorschläge unterbreiten, aus denen er auswählen kann.”

Wie viele Quadratkilometer umfasst unser Pastoraler Raum – und wie viele Katholiken leben darin?

“Ich habe, bevor ich im letzten Jahr in die Pfarreien kam, selbst ein paar Vergleiche angestellt. Manchmal gibt es ja Vergleiche wie: das ist so groß wie 15 Fußballfelder oder: das ist dreimal so groß wie das Saarland. Unser Pastoraler Raum wird mit ungefähr 2.600 Quadratkilometern etwas mehr Fläche haben als das Saarland.

In den vier Pfarreien leben zur Zeit ungefähr 4.400 Katholiken. Viel spannender als diese Zahlen finde ich jedoch das, was uns in den nächsten Monaten unter der Überschrift “sozialräumliche Orientierung” erwartet. Da geht es um die Frage: Wie viele Menschen leben insgesamt in diesem Gebiet? Wie ist die Altersstruktur? Welche Arbeitswege gibt es? Welche Wünsche und Bedürfnisse haben die Menschen(nicht nur die Katholiken)? Was sind die gesellschaftlichen Herausforderungen?”

Sehen Sie sich in Zukunft als “Verwalter” oder als “Hirte”?

“Ich sehe mich zuerst als Priester. Ein Hirte muss wissen, wie viele Schafe er hat, er muss für Futter und Wasser sorgen usw. Auch ein Hirte kann seine Aufgaben nicht ohne Verwaltung erledigen. Aber wir haben bisher gute Pfarrsekretärinnen, Rendantinnen und Mitglieder in den Kirchvorständen, die diese Aufgaben mit tragen. Vor anderthalb Jahren habe ich in Afrika Hirten gesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Sie nie vor der Herde, sondern in der Regel hinter der Herde gegangen sind. Der Hirte sorgt dafür, dass die Herde in Sicherheit ist, und dass alle mitkommen. Kein Schaf soll unterwegs verloren gehen. Ich habe aus diesem Erfahren auch gelernt.”

Unsere Gemeinden

Orte kirchlichen Lebens

Galerie Güstrow

Verein religiös motivierter Kunst e. V.

Menü