Ein Offenes Haus

GEDANKEN ZUM LOGO DER PFARREI

Es ist ganz klar: Jesus sagt, an den Früchten solle man seine Jüngerinnen und Jünger erkennen. Und das ist ein Anspruch, den wir
in unserem Pastoralkonzept auch für uns formuliert haben. […]

Daneben war uns aber wichtig, eine Wort- und Bildmarke zu haben, mit der die neue Pfarrei nach außen und innen auftreten kann und erkennbar ist. Bild, Name und Slogan bilden gemeinsam das Logo, das der Grafiker Marcel Schultheiß entworfen hat. Er hat dazu Gedanken und Skizzen von uns erhalten. Im Vorfeld war wichtig, eine Darstellung zu finden, in der die Heilige Familie nicht auf die Geburtsszene im Stall von Betlehem reduziert wird. Ich habe noch im Ohr, dass jemand sagte: „Wir heißen ja nicht St. Weihnachten.“ Die Heilige Familie ist eben mehr als Maria, Josef und das Jesuskind. Es gehören zu ihr die Gäste im Stall: die Hirten, die Sterndeuter und die Tiere. Die Heilige Familie ist unterwegs nach Ägypten. Sie findet ihr zu Hause in Nazareth, wo Jesus aufwächst. Im Haus werden Verwandte und Freunde ein- und ausgehen. Und Josefs Werkstatt sollten wir nicht vergessen. Ich stelle mir ein offenes Haus vor; die Familie Jesu wird sicher nicht in einem abgeschlossenen Kosmos gelebt haben. Denn wo Gott in der unseren Welt wohnt, da baut er sich ein Haus, in dem geteiltes Brot als Rose blüht und gelindertes Leid zur Freude wird, so, wie es in dem bekannten Lied von Claus-Peter März und Kurt Grahl heißt. Zurück zur Darstellung, die in Zukunft auf Briefköpfen, Plakaten oder Glückwunschkarten für die Wiedererkennbarkeit unserer neuen Pfarrei sorgen soll: Im Zentrum steht eine Gruppe aus drei flächig gestalteten Figuren, die jeweils in einer der drei Grundfarben – blau, gelb, rot – gestaltet sind. Es sind zugleich die mecklenburgischen Landesfarben. Klare Linien grenzen die Figuren jeweils voneinander ab, was auch für die einfarbige Darstellung etwa im Siegel wichtig ist. Zugleich schaffen die Konturen, durch die die Flächen gemeinsam begrenzt werden, auch die Verbindung zwischen ihnen. So haben etwa die beiden äußeren Gestalten eine gemeinsame „Schulterlinie“ oder die mittlere und rechte eine gemeinsame Kontur nach unten. Ein Kreisbogen durchzieht die drei und erzeugt eine leichte Dynamik innerhalb der ansonsten statischen Darstellung.

Trotz der abstrakten Gestaltung kann man erkennen, dass die drei Gestalten in Beziehung zueinander stehen. Die beiden äußeren neigen sich zur Mitte, der kleineren Gestalt zu. Die wiederum mag sich – je nach Betrachtungsweise – der linken entgegenstrecken oder der rechten entgegenneigen.

Bewusst ist die Figurengruppe nicht in ein geschlossenes Haus gesetzt worden, das die Szene der Familie eingrenzen und abschließen würde. Diese Heilige Familie steht unter einem Dach, das vom Kreuz getragen wird. Dabei mag man an den Stall von Betlehem denken oder an das Haus in Nazareth. Es ist aber nicht nur ein Haus, das hier im Ansatz dargestellt wird, das Kreuz ist zu erkennen. Denn unter dem Kreuz bildet Jesus seine neue Familie, wenn er Maria und Johannes, die unter seinem Kreuz stehen, aufeinander verweist: „Frau, siehe dein Sohn.“ – Und zu dem Jünger: „Siehe, deine Mutter.“ Nach rechts wird die Bildmarke durch den Schriftzug „Pfarrei Heilige Familie“ begrenzt. Der Name wurde durch den Erzbischof von Hamburg gewählt und dem Gemeinsamen Ausschuss im Winter präsentiert. Dazugekommen ist anstelle des Pfarreisitzes Güstrow die weiter gefasste Bezeichnung „Katholische Kirche mitten in Mecklenburg“. So wird die geografische Lage des Pfarreigebietes, aber auch ihre Weite deutlich.

Es wäre schön, wenn das Logo unserer neuen Pfarrei dazu beiträgt, dass wir uns an den verschiedenen Orten und in den Gemeinden als Teil einer Kirchengemeinde verstehen, die mehr sein soll als nur eine vergrößerte Verwaltungseinheit. Denn unser Logo erzählt nicht nur etwas von der Heiligen Familie aus Nazareth, sondern auch etwas von der Familie Gottes, die sich nun unter diesem Namen und unter dem Kreuz Jesu mitten in Mecklenburg zusammenfindet.

Tobias Sellenschlo, Pfarradministrator

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